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Sauber werden ab 2

Sauber werden ab 2

Von ganz allein trocken?

Sauber werden - Stoffwindeln können helfen

Wann ist ein Kind in der Lage eine volle Blase oder einen vollen Darm zu spüren und rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen? Eltern von Windelfrei Kindern wissen, dass sie das von Geburt an können. Doch was ist mit den Kindern, die nicht bereits als Baby abgehalten wurden? Die seit Geburt Wegwerf- oder Stoffwindeln tragen und Vollzeit gewickelt wurden? Vor allem Kinder mit sog. Superabsorberwindeln sind oft überrascht, wenn sie dann doch mal nass werden, weil sie im Sommer nackt rumlaufen. Nicht selten, fangen sie an zu weinen, weil sie diese Situation nicht kennen.

Viele Eltern berichten davon, dass die Kinder partout nicht auf die Windel verzichten möchten. Manche Kinder sagen, wann sie müssen, wollen aber nicht aufs Töpfchen oder Klo. Andere hingegen verstecken sich für das Geschäft.

Wie auch immer die persönliche Situation in der Familie ist: de facto werden Kinder zunehmend später sauber. In der westlichen Welt verschiebt sich der Zeitpunkt des Sauber Werdens immer weiter nach hinten.

Und es ist trotzdem richtig: Das Kind muss bereit sein. Sowohl körperlich als auch psychisch. Und dann ist auch der richtige Zeitpunkt, das Kind beim Sauber werden zu unterstützen.

Buche ganz unverbindlich einen Beratungstermin bei mir und ich schau mir dir gemeinsam auf dein Kind. Zusammen finden wir heraus, ob dein Kind soweit ist und ich gebe dir Tipps für einen einfachen und stressfreien Start in ein windelfreies Leben.

3 mögliche Wege zum Sauber werden

Sauberkeitstraining

Von den Eltern bzw. Bezugspersonen geleitet

Kinder werden als nicht kompetent genug angesehen, sondern werden nach der Uhr trainiert

Arbeiten mit Belohnungen, Schimpfen und Bestrafungen

Fokus liegt auf einer „erfolgreichen Ausscheidung am richtigen Platz“

Abwarten

Eltern bzw. Bezugspersonen richten sich nach dem Tempo des Kindes

Eltern bzw. Bezugspersonen erklären, helfen und üben nicht

Jede Initiative geht allein vom Kind aus

Fokus liegt darauf, dass „das Kind es von ganz allein schafft“

Begleitetes sauber werden

Eltern bzw. Bezugspersonen gehen davon aus, dass das Kind kompetent ist

Wissen um die Lernfenster erleichtern den Einstieg in ein windelfreies Leben

Eltern bzw. Bezugspersonen betrachten die Ausscheidungen weder als gefährlich noch eklig

Fokus liegt auf „der Beziehung, dem Zusammenleben und der Kommunikation“

Wie werden Kleinkinder sauber?

Wie auch bei Windelfrei gibt es auch beim Sauber werden die sogenannten Lernfenster, die wir beachten können, wenn es darum geht, das Kind von der Windel zu entwöhnen. Diese können wir – wie auch bei Windelfrei – dafür nutzen, dass der ganze Prozess einfacher von statten geht.

Beim Sauber werden hilft es, Lernfenster zu berücksichtigen

In einem bestimmten Alter fangen die Kinder an, sich für die Vorgänge im Badezimmer zu interessieren. Wir können dies nutzen und dem Kind erklären, was wir hier genau tun und warum. Passende Bücher vorzulesen hilft ebenso wie Rollenspiele mit Puppe und Bärchen. Darüber hinaus beziehen wir das Kind aktiv mit ein und erlauben, Klopapier abzureißen, den Klodeckel zu öffnen und zu schließen, mit einer (sauberen!!!) Klobürste zu spielen und die Spülung zu betätigen. Kinder, die vielleicht dann und wann schon aufs Töpfchen gehen, dürfen mit Unterstützung das Töpfchen selbst ausleeren. 2jährige sind dazu durchaus schon in der Lage. So können wir auf spielerische Art dem Kind den Klogang und die Vorgänge auf der Toilette näher bringen.

Manche Kinder machen mit Worten oder Gesten darauf aufmerksam, dass die Windel voll ist, oder sie ziehen sich in eine Ecke zurück, um sich zu entleeren. In diesem Alter kommt es noch dazu häufiger zu Problemen beim Wickeln und Eltern beobachten, wie die Kinder ihre Hosen und Windeln selbst ausziehen. Da es aber von vielen Seiten heißt, dass Kinder vor dem 2. Geburtstag gar nicht sauber sein können – wofür es keinen einzigen Beweis gibt* (ganz im Gegenteil) – nutzen Eltern dieses Lernfenster nicht und versuchen ihr Kind weiter zu wickeln.

Ohne Druck und Stress sauber werden

Reagieren wir aber auf die Signale des Kindes, können wir gemeinsam mit dem Kind einen Weg finden, der für alle passt. Ohne Druck, ohne Stress und mit Rückschritten inklusive. Denn ohne Rückschritte wird es – wie bei allen anderen Dingen – nicht gehen. Wir geben dem Kind Zeit, die komplexen Vorgänge des Toilettenganges zu lernen, unterstützen, helfen und begleiten in Ruhe und ohne Schimpfen, Beschämen oder Bestrafungen. Indem wir Stress von außen reduzieren, leicht ausziehbare Kleidung anbieten, gemeinsam mit dem Kind das Töpfchen oder den Toilettensitz auswählen unterstützen wir das Kind auf eine unkomplizierte Art und Weise. Zusätzlich erinnern wir das Kind und bieten Toilettengänge an, z.B. nach dem Mittagsschlaf, vor dem Abendschlaf, nach dem Essen etc.

Da der gesamte Prozess mit viel „Loslassen“ zu tun hat, ist es wichtig zu wissen, dass auch wir loslassen müssen und unserem Kind vertrauen. Es ist kompetent genug und wird es schaffen.

Wenn du dir unsicher bist und noch nicht weißt, ob es der richtige Zeitpunkt gekommen ist, dann helfe ich dir gerne. Informiere dich über meine Angebote und Preise und buche gleich ein persönliches Gespräch mit mir. Das erste Kennenlerngespräch ist übrigens immer kostenlos und unverbindlich.

Und wenn es nicht klappen will?

Hilfe wenn das Kind nicht aufs Klo gehen möchte

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum ein Kind nicht aufs Klo gehen möchte:

  • Das Kind ist vielleicht doch noch nicht soweit (Lernfenster)
  • Badezimmer zu kalt / nicht gemütlich
  • Die Toilette ist zu groß
  • Das Töpfchen ist zu unbequem
  • Das Kind findet keine Ruhe zum Entspannen und Loslassen
  • Das Kind hat Angst vor dem „Loslassen“ (vor allem beim großen Geschäft)
  • Es ist zu langweilig auf dem Klo
  • uvm.

Auch im Kindergarten kann es Gründe geben, warum es dort nicht klappt:

  • unbekannte Toilette
  • das Kind soll allein gehen, obwohl es noch unsicher ist
  • mangelnde Privatsphäre
  • unhygienische Zustände
  • Angst, etwas zu verpassen

In all diesen Fällen helfen Rollenspiele mit Puppen ganz gut, um herauszufinden, was der Grund sein könnte. Kinder im Alter von 2 oder 3 Jahren können sich schon recht gut ausdrücken und erzählen, wo der Schuh drückt. So haben die Eltern die Möglichkeit, spielerisch herauszufinden, was das Kind braucht.

Nachts trocken werden

Nachts trocken werden ist nicht immer ein Selbstläufer

Es gibt Kinder, die sind nachts bereits früher trocken als tagsüber (die Windel bleibt einfach leer). Und es gibt Kinder, die tagsüber schon längst sauber sind, nachts jedoch noch immer einnässen. Hier gilt: Jedes Kind ist einzigartig und jede Familie hat ihre eigene Situation. Darum ist es wichtig zu wissen, dass es nicht „den einen Weg“ gibt, um auch nachts trocken zu werden. Bei Enuresis (Bettnässen) gibt es verschiedene Formen und entsprechend verschiedene Möglichkeiten dem Kind zu helfen.

Vielen Kindern, die nachts Superabsorberwindeln tragen, fehlt das Nässegefühl durch das Einnässen. Das Gehirn „lernt“ jedoch durch dieses Nässegefühl, rechtzeitig aufzuwachen und aufs Klo zu gehen.

Nässt das Kind zuverlässig jede Nacht ein, können wir herausfinden, wann sich das Kind nachts entleert, um somit mögliche Ursachen ausfindig zu machen. In der Regel gibt es zwei Situationen:

Das Kind wird in den ersten Stunden nach dem Einschlafen nass
oder
das Kind wird erst gegen Morgen nass.

Je nach Situation gibt es hier verschiedene Möglichkeiten, dem Kind zu helfen. Gerne helfe ich dir und deinem Kind einen entspannten Weg zu trockenen Nächten zu finden. Melde dich einfach bei mir.

Sauber werden FAQs

Belohnungen fördern in erster Linie die extrinsische Motivation (Motivation von außen), nicht jedoch die intrinsische (innere) Motivation. Doch genau die braucht es für ein erfolgreiches Toilettentraining. Denn irgendwann sind Belohnungen einfach nicht mehr attraktiv für das Kind. Das Kind muss es von selbst wollen - von innen heraus. Belohnungen können auch dazu führen, dass sich das Kind nur noch dann "gut" fühlt, wenn es erfolgreich ins Töpfchen gemacht hat. Sich aufrichtig mit dem Kind freuen und Begriffe wie "Stinker", "Hosenscheißer" etc. vermeiden sind sehr viel effektiver.
Nein, dass muss es nicht. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Wenn man jedoch auf die Lernfenster achtet, frühzeitig zu üben beginnt, Rückschritte als "normal" akzeptiert und ohne Druck und Stress das Kind begleitet, dann kann auch ein 36 Monate altes Kind zum Kindergarteneintritt sauber sein.
Doch, das können sie! Über 70 Prozent der Babys weltweit beweisen das jeden Tag aufs Neue. Auch wenn es in Elternratgebern oft geschrieben steht*, Kinder können schon vor ihrem 2. Geburtstag Blase und Darm kontrollieren. Eltern bzw. Bezugspersonen unterstützen das Kind, indem sie auf Lernfenster achten, dafür sorgen, dass das Kind Kleidung trägt, die es leicht selbst an- und ausziehen kann, oder darauf achten, dass die Tür zum Bad stets geöffnet ist. Bei den Natürvölkern sind die Babys bereits mit einem Jahr und jünger komplett sauber, einfach auch deshalb, weil sie weniger "umständliche" Kleidung tragen und weil es keine verschlossene Tür zum Klo gibt ;-)
Viele Kinder, die die Windel für das "große Geschäft" einfordern und ansonsten aber sauber sind, haben ein Problem mit dem "Loslassen". Hier sind sich die Fachleute einig, dass mehr Eigenkompetenz und Autonomie z.B. beim Anziehen, Essen, Spielen etc. helfen können. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dem Kind die Windel anders anzuziehen. Wie das gehen kann erkläre ich gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch.
In diesem Fall gehen wir einen Schritt zurück und nehmen Druck und Stress raus. Wir verschieben das Toilettentraining, bis sich das Thema komplett entspannt hat. In besonders festgefahrenen Situationen kann das durchaus bis zu drei Monate dauern. Hier ist also viel Geduld gefragt.
Hier stellt sich zunächst die Frage, ob das Kind bereits sauber war und jetzt wieder einnässt bzw. einkotet, oder ober es noch die sauber war. Im letzteren Fall ist zuerst der Gang zum Kinderarzt unausweichlich, denn es muss geklärt werden, ob evtl. organische Ursachen vorliegen. Konnte das ausgeschlossen werden, gilt eine behutsame, liebevolle Begleitung des Kindes. Ganz wichtig: kein Kind nässt oder kotet mit Absicht ein, um uns zu ärgern! Im Gegenteil: Viele Kinder schämen sich und leiden (still) unter der Situation. War das Kind bereits sauber und nässt oder kotet nun wieder ein, dürfen wir uns bewusst machen, welche Veränderung für das Kind bevorsteht. Es gehört nun zu den "Großen" und die Kinder spüren, dass eine große Veränderung bevorsteht. Manche Kinder macht das sehr nervös, wissen sie doch nicht, was da so alles auf sie zukommt. Auch hier ist eine achtsames, behutsames Begleiten des Kindes oft die erste Wahl, wenn es darum geht, dem Kind Sicherheit und Vertrauen zu geben.

*) In vielen Elternratgebern steht geschrieben, dass Kinder frühestens mit 24 Monaten die nötige Reife haben, um zu spüren, ob sie mal müssen. Dazu gibt es jedoch nicht eine einzige Studie, die diese Aussage bestätigt. Bedenke: über 70 Prozent der Babys weltweit tragen in ihrem Leben nie eine Windel.