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Bettnässen und Verstopfung - das Leid vieler Kinder

Bettnässen

Tagsüber ist das Kind schon längst trocken und sauber. Aber nachts braucht es immer noch eine Windel? Bettnässen ist keine Seltenheit und bis zu einem bestimmten Alter können Eltern und Kinder noch völlig entspannt damit umgehen.

Doch was, wenn das Kind bereits in der Vorschule ist oder kurz vor der Einschulung steht? Ist das dann immer noch normal und „im Rahmen“? Oder besteht doch Handlungsbedarf?

Ab wann genau spricht man eigentlich vom Bettnässen (Enuresis)? Die Definition lautet wie folgt:

Das Kind nässt mindestens zwei Mal in einem Monat nach dem 5. Lebensjahr ein.

Dabei gibt es zwei Unterscheidungen: Enuresis nocturna und Enuresis diurna.
Während bei Enuresis nocturna das Kind ausschließlich nachts einnässt, hat das Kind bei Enuresis diurna auch tagsüber Probleme mit Einnässen. Allen Kindern ist gemeinsam, dass das Einnässen unwillkürlich passiert und die Kinder mindestens 6 Jahre alt sind.

Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Unterscheidungsformen: Primäre Enuresis und Sekundäre Enuresis.

Primäre Enuresis

  • Einnässen von Geburt an
  • Es gab noch keine längere Trockenphase
  • Meist genetisch bedingt
  • Zusammenspiel zwischen Blasenkontrolle und Schlaftiefe häufig unterentwickelt

Sekundäre Enuresis

  • Wiedereinnässen nach längerer Trockenphase (mind. 6 Monate)
  • Meist psychische Gründe (Stress, Ängste…)
  • Ggf. Blasenentleerungsstörung

In einem persönlichen Beratungsgespräch können wir herausfinden, welche Form der Enuresis vorliegt und ob noch Zeit bleibt und abgewartet werden kann oder ob Handlungsbedarf besteht.

Die Ursachen für Bettnässen sind vielfältig:

  • familiäre Disposition (genetisch)
  • Harnwegsinfekt
  • Das Gehirn hat „verlernt“, nachts aufzuwachen (fehlendes Körpergefühl)
  • falsches Trinkverhalten
  • ADH (Antidiuretisches Hormon)
  • uvm.

Studien zeigen:

Waren beide Elternteile Bettnässer werden ca. 77 Prozent der Kinder ebenfalls Bettnässer. War es nur ein Elternteil, werden ca. 44 Prozent der Kinder ebenfalls Bettnässer. Die Zahlen zeigen, also, wie häufig Bettnässen eine familiäre Ursache hat.

In einem persönlichen Beratungsgespräch finden wir gemeinsam die Ursachen für das Einnässen deines Kindes und können so gezielt handeln. Denn gerade bei familiären Hintergründen ist die Kommunikation oft nicht einfach. Ich gebe Tipps, wie das Thema angesprochen werden kann, ohne dass sich dadurch jemand schämt oder bloßgestellt fühlt.

Zunächst die gute Nachricht:
Die meisten Kinder werden tatsächlich im Laufe ihres Lebens irgendwann trocken. Jedoch gibt es unter den Jugendlichen und Erwachsenen immer noch Betroffene, die unter Bettnässen leiden, wie folgende Grafik zeigt.

Bettnässen im Alter
Nicht nur Kinder: auch Erwachsene sind von Bettnässen betroffen

Im Alter von 7 Jahren leiden 10 Prozent der Grundschüler unter Enuresis. Bei einer Klassenstärke von 30 sind es im Durchschnitt 3 Kinder pro Klasse. Bei drei Klassen pro Jahrgangsstufe sind das im Durchschnitt 9 Kinder.

In den weiterführenden Schulen leiden unter den Jugendlichen bis zu 2 Prozent unter Enuresis. Das heißt, dass auch hier im Schnitt ca. 2 Jugendliche pro Jahrgang nachts nicht zuverlässig trocken sind.

Wir wissen nun also, das Bettnässen auch im Grundschulalter noch ein Thema ist und familiär gehäuft auftritt. Nur löst das nicht unser Problem. Wie bekommen wir das Kind nachts trocken? Was können wir gegen das Bettnässen tun, ohne dass das Ganze in Stress ausartet? Windel ja oder nein? Kind aufwecken oder nicht?

Zunächst einmal hilft es ungemein, die Situation, so wie sie ist, zu akzeptieren. Wir erkennen sie an und sind uns bewusst, dass das Kind uns nicht ärgern will oder wir versagt haben. Es ist nichts Persönliches und wir können – sofern vorhanden – unsere Schuldgefühle ablegen. Wir haben nichts Falsches getan. Neuere Studien belegen außerdem, dass der Grund fürs Bettnässen selten „psychische Störungen“ sind. Viel häufiger liegt der Grund in Veränderungen des persönlichen Umfelds (Stichwort: Umzug, Geburt eines Geschwisterchens, Trennung der Eltern…).

Aber was ist, wenn das Kind kurz vor der Einschulung steht und nachts noch nie oder eher selten trocken war (primäre Enuresis)? Weiterhin eine Windel anziehen? Und was, wenn das Kind keine Windel mehr möchte, nachts aber noch einnässt?

  1. Schritt: Kinderarzt!
    Es muss geklärt werden, ob evtl. organische Ursachen oder eine Erkrankung für das Bettnässen zu finden sind
  2. Schritt: Die Familie einbeziehen
    Gibt es Familienmitglieder, die ebenfalls erst spät nachts trocken wurden?
  3. Schritt: Kind beobachten
    Wann trinkt das Kind und wie viel? Wann nässt das Kind ein? Kurz nach dem Einschlafen oder erst gegen morgen?
  4. Den „Aufwach-Reiz“ reaktivieren
    Nachts einnässen und trocken bleiben ist eine Erfindung der Neuzeit. Das Gehirn muss wieder lernen, rechtzeitig aufzuwachen

Bei der sekundären Enuresis (Bettnässen tritt nach einer längeren Trockenphase wieder auf) kann man zunächst tatsächlich abwarten, ob sich die Situation evtl. von allein löst. Vorausgesetzt es konnte ein Harnwegsinfekt oder eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden. Mit viel Nähe, Geduld und Verständnis lässt sich das Problem meist gut lösen. Wenn nicht, helfe ich euch gerne im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs.

Du brauchst Hilfe? Du hast Probleme, mit der Enuresis deines Kindes umzugehen und bist frustriert? Dein Kind leidet unter der Situation und ihr wollt, „dass es endlich aufhört“?

Dann melde dich bei mir. Buche ein Beratungsgespräch. Ich bin mir sicher, dass ich euch helfen kann.