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Windelfrei unter 2

Windelfrei unter 2

Windelfrei – natürliche Säuglingspflege von Anfang an

Nein, Windelfrei ist kein neuer Trend oder etwas für Ökomamis oder -papis. Windelfrei ist die natürliche Art der Säuglingspflege, und zwar von Anfang an. Auch wenn Babys noch nicht konkret wissen „Ich muss Pipi“, „Ich muss Kaka“, spüren sie doch: „Da ist was, dass drückt und zwickt und ich will das nicht an mir haben.“ Der natürliche Instinkt, seine Ausscheidungen nicht am Körper zu tragen ist von Geburt an da. Und Babys signalisieren ebenso von Anfang an, dass sie mal müssen.

Windelfrei ist im deutschsprachigen Raum der gängige Begriff dafür, sein Kind regelmäßig abzuhalten. Das heißt, dem Säugling und Kleinkind eine natürliche Alternative zur Windel anzubieten. Denn genau das ist es. Es ist ein Angebot. Und vor allem ist es auch die Kommunikation zwischen Bezugsperson und Baby. Wenn wir die Signale des Babys wahrnehmen und entsprechend reagieren, sind wir selbst frei und unabhängig. Wir können dem Baby Windel anziehen (und sie somit wie als Unterhose benutzen), müssen es aber nicht.

Windelfrei bietet im Umgang mit dem Säugling viele Möglichkeiten:

  • Nutzen von Wegwerfwindeln
  • Nutzen von Stoffwindeln
  • Windeln nur nachts
  • Windeln nur unterwegs
  • kompletter Verzicht jedweder Art von Windeln
  • Windeln dann, wenn es grad stressig ist
  • uvm.

Wenn du mehr über Windelfrei erfahren möchtest und lernen möchtest, wie du die natürliche Säuglingspflege einfach und unkompliziert in deinen Alltag integrieren kannst, dann informiere dich hier über meine Angebote oder buche jetzt gleich einen Beratungstermin bei mir. Ich freue mich!

Warum Windelfrei unter 2?

Windelfrei von anfang an

Ja, warum überhaupt soll ich mit meinem Baby Windelfrei praktizieren? Ist es nicht viel praktischer, dem Baby einfach eine Windel anzuziehen und regelmäßig zu wickeln?
Ich möchte diese Frage gerne mit einem Zitat aus dem Buch „artgerecht“ von Nicola Schmidt beantworten:

Ich bringe dem Kind doch nicht erst bei, dass es in die Windel machen soll, um es ihm hinterher wieder mühsam abzutrainieren.

[Seite 233, artgerecht – das andere Babybuch, 12. Auflage 2021]

Vorteile für das Baby

Die Vorteile für das Baby liegen ganz klar auf der Hand:

  • Das Gefühl für die Ausscheidungen bleibt erhalten
  • Weniger bis gar keine Blähungen
  • Weniger bis gar keine Windeldermatitis
  • Weniger Probleme mit Verstopfung (z.B. auch bei der Beikosteinführung)
  • Weniger Bettnässen (Enuresis) im Kleinkindalter

Vorteile für mich

Windelfrei hat auch für die Eltern und Bezugspersonen viele Vorteile:

  • Weniger bis keine Wickelkämpfe
  • Weniger Probleme beim Stillen
  • Ruhigere Nächte
  • Windelfrei hilft, Geld zu sparen
  • Windelfrei hilft, Müll zu sparen
  • Weniger Probleme beim Sauber werden im zweiten oder dritten Jahr

Und wie soll Windelfrei funktionieren?

Es mag auf den ersten Blick tatsächlich so wirken, als sei Windelfrei aufwendig und in unseren Breitengraden und vor allem in unserem Alltag schlicht nicht praktikabel. Doch sehen wir uns einmal den Ablauf an, merken wir, dass es keineswegs aufwendiger ist, als dem Kind eine Windel anzuziehen.

Ablauf Windel

  1. Füttern
  2. Warten, bis die Windel voll ist
  3. Kind ausziehen
  4. Windel ausziehen und entsorgen
  5. Kind waschen
  6. Neue Windel anziehen
  7. Kind wieder anziehen

Ablauf Windelfrei

  1. Füttern
  2. Warten, bis das Kind signalisiert oder wir wissen, dass es mal muss
  3. Kind ausziehen
  4. Windel ausziehen
  5. Kind abhalten
  6. Windel wieder anziehen (oder weglassen)
  7. Kind wieder anziehen

Wenn du noch Fragen hast, dann vereinbare jetzt gleich ein Beratungsgespräch mit mir. Übrigens: das erste Kennenlerngespräch ist kostenlos und völlig unverbindlich.

Aber wie fange ich an?

Im Grunde kann man von Geburt an mit Windelfrei starten. Manche tun es auch. Andere warten die Wochenbett-Phase ab und wiederum andere sind „Spätstarter“ und starten, wenn das Baby bereits krabbeln kann. Es gibt also nicht DEN einzigen Zeitpunkt, jedoch eine Vorgehensweise, die sich etabliert hat.

Zunächst lernen wir den Rhythmus des Babys kennen. Die meisten Babys entleeren sich direkt nach dem Aufwachen oder während dem Stillen/Füttern bzw. eine bestimmte Zeit danach. Wenn wir dann das Baby abhalten, wählen wir eine Abhalteposition und einen Abhalteort, die sowohl für das Baby als auch für die Bezugsperson angenehm sind. Dazu machen wir ein Signalgeräusch. Und jetzt geht es an das gemeinsame Üben und Kennenlernen. Bereits nach wenigen Tagen erkennt das Baby das Signalgeräusch und weiß, dass es jetzt „loslassen“ kann, um sich zu entleeren. Auch das Baby beginnt, Zeichen zu geben, auf die wir dann reagieren können. Und nun spielt sich alles nach und nach ein. Windelfrei wird genauso in den Alltag integriert, wie das Schlafen, Essen, Kuscheln, Spielen etc.

Und nicht verzagen: Pannen und Rückschritte gehören dazu! Auch wenn es bereits gut geklappt hat, wird es (sehr wahrscheinlich) Phasen geben, in denen sich Pannen häufen. Das macht nichts. Wenn es zu stressig ist oder das Wegwischen nervt, dann bekommt das Baby eine Windel angezogen und wird z.B. nur noch in den Standardsituationen abgehalten. Denn bereits 2x am Tag abhalten genügt, um das Körpergefühl des Babys zu erhalten.

Du hast noch so viele Fragen? Du fühlst dich vielleicht überfordert und weißt nicht, wie du anfangen sollst? Schau unten in den FAQs nach oder vereinbare ein Beratungsgespräch. Ich bin sicher, dass ich all deine Fragen beantworten kann.

Windelfrei FAQs

Ja! Mit Windelfrei könnt ihr jederzeit starten. Gleichzeitig gibt es Lernfenster, die sich besonders eignen und den Start erleichtern.
Nein! Windelfrei ist keine Methode oder ein verfrühtes Sauberkeitstraining. Es geht um die Kommunikation zwischen Bezugsperson und Baby. Das Baby gibt Zeichen und wir reagieren darauf. Es ist ein Anbieten seitens der Bezugsperson. Führt Windelfrei bei den Eltern jedoch zu Stress, weil sie erpicht darauf sind, jedes Pipi abzufangen oder weil es eben doch Ziel ist, das Baby so schnell wie möglich sauber zu haben, kann sich dieser Stress tatsächlich auch negativ auf das Kind auswirken. Es braucht also immer auch eine Portion Gelassenheit.
Nein! Denn Windelfrei bedeutet nicht, dass das Baby immer ohne Windeln ist oder ständig unten ohne rumläuft. Auch die Natürvölker im hohen Norden halten ihre Babys nach Bedürfnis ab.
Nein! Bei Windelfrei helfen die Eltern bzw. Bezugspersonen beim Ausscheiden z.B. durch Abhalten. Während beim klassischen Sauberkeitstraining die Bezugspersonen den Zeitpunkt festsetzen, orientieren wir uns bei Windelfrei an sog. Lernfenstern. Weder wird das Baby belohnt und/oder bestraft noch beschämt, wenn es doch zu Pannen kommt. Beim Sauberkeitstraining müssen Babys oft so lange auf dem Töpfchen sitzen, bis was kommt, wohingegen bei Windelfrei selten länger als eine halbe Minute gewartet wird. Meist signalisiert das Baby bereits ganz klar, wenn es gar nicht muss.
Ja! Windelfrei kann die Nächte sehr viel ruhiger gestalten. Babys entleeren sich nicht im Tiefschlaf. Sie kommen zuerst in einen leichteren Schlaf und werden unruhig. Wenn das Baby nahe der Bezugspersonen schläft, realisieren diese das und halten das Baby entsprechend ab. Meistens werden die Babys dabei gar nicht richtig wach und schlafen nach der Entleerung einfach weiter. Manchmal jedoch kann es zu der sog. Still-Abhalte-Falle kommen. In dem Fall berate ich sehr gerne.
Auf jeden Fall! Gerade bei Durchfall ist von Wegwerfwindeln eher abzuraten, weil das die Haut reizen und zu wundem Po führen kann. Und gerade bei Durchfall machen sich die Babys oft besonders deutlich bemerkbar, dass sie mal müssen. Auch bei Fieber ist von Wegwerfwindeln abzuraten, weil es die körpereigene Temperaturregulierung stören kann. Einzig bei Bronchitis sind Windeln als Backup durchaus sinnvoll, weil durch den Husten der Druck auf die Blase erhöht wird und die Babys dadurch ungewollt Urin verlieren.
Ja! Allerdings sprechen wir hier nicht mehr von Windelfrei sondern vom Sauber werden. Wie (Klein-) Kinder sauber werden erkläre ich dir gerne hier oder in einem persönlichen Beratungsgespräch.